13.03.2018

Übergewicht - zu schwer für die Versicherung?

Seit 1998 wird in Deutschland am 7. März der „Tag der gesunden Ernährung“ begangen, der ein Bewusstsein dafür schaffen soll, wie wichtig es ist, sich gesund und abwechslungsreich zu ernähren. Anlass, den Blick auf ein sensibles Thema zu richten: den Body-Mass-Index (BMI) in der Versicherung.

Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig für das allgemeine Wohlbefinden: Das ist den meisten bekannt. Weniger bekannt ist es, dass Übergewicht auch eine Rolle spielen kann, wenn man sich gegen bestimmte Risiken absichern will. Sowohl in der privaten Krankenversicherung als auch bei der Versicherung biometrischer Risiken, z. B. Berufsunfähigkeit, ist es sehr wahrscheinlich, dass der Versicherer bei den Antragsfragen auch das Gewicht erfragt bzw. einen Gesundheitscheck verlangt.

Dabei geht es gar nicht darum, dass man „ein paar Pfund zu viel“ auf den Rippen trägt - das ist völlig normal. Aber Versicherungsprofis wissen, dass starkes Übergewicht den Abschluss einer Versicherung deutlich erschweren kann oder sogar dazu führt, dass der Antrag abgelehnt wird. So hat ein Verbraucherportal etwa versucht, eine private Krankenzusatzversicherung für einen 50jährigen Modellkunden abzuschließen, der 110 Kilo wiegt, einen Bandscheibenvorfall sowie Bluthochdruck hat. Er hätte nur geringe Chancen gehabt, überhaupt einen Schutz zu finden, so das Ergebnis vieler Anfragen.

Einen exakten Richtwert, ab wann der Vertrag abgelehnt oder ein Abschluss erschwert wird, hätten jedoch die wenigsten Versicherer genannt. Das heißt, es gibt keinen konkreten Body-Mass-Index, bei dem die Gesellschaften „nein“ sagen. Abhängig ist das auch von weiteren Faktoren wie etwa dem Alter, der Lebensweise oder dem Beruf.

Deshalb sollte man sich nicht scheuen, trotz Übergewicht den so wichtigen Versicherungsschutz anzufragen. Oft lässt sich mit dem Versicherer eine Lösung finden, z. B. Schutz bis zu einer bestimmten Höchstsumme oder Risikoaufschläge.

Hier kann es tatsächlich hilfreich sein, sich an einen Versicherungsexperten zu wenden. Er weiß in der Regel nicht nur aus der eigenen Praxis, wie die verschiedenen Versicherer mit Übergewicht umgehen. Darüber hinaus ist es auch empfehlenswert, anonymisierte Voranfragen bei mehreren Anbietern einzuholen, wobei ein Experte Unterstützung bieten kann.

Doch Achtung: Jede Absage kann es erschweren, bei einem anderen Versicherer Schutz zu finden. Die Versicherungswirtschaft führt eine Art Hinweis- und Informationssystem (HIS), das der Abwehr von Versicherungsbetrug dienen soll. Alle Versicherer haben hierauf Zugriff. In diesem System werden Kunden vermerkt, die besonders häufig von Versicherern abgelehnt werden oder bestimmte Vorerkrankungen haben.

 

 

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